4. Können die Beiträge zur privaten Krankenversicherung steuerlich abgesetzt werden?

Inhaltsverzeichnis - Krankenkassenvergleich private KV und gesetzliche KV

Seit dem Jahr 2010 können sämtliche Aufwendungen welche der persönlichen Vorsorge dienen steuerlich abgesetzt werden. Darunter fallen auch die Beiträge zur privaten Krankenversicherung. Bereits im Jahr 2008 entschied das Bundesverfassungsgericht, dass die Versicherungsprämien zu Krankenversicherungen und Pflegeversicherungen viel zu wenig Aufmerksam seitens des Finanzamtes erhielten, worauf hin ein besonderes Gesetz eingeführt wurde. Das „Gesetz zur verbesserten steuerlichen Berücksichtigung von Vorsorgeaufwendungen“ soll demnach dazu beitragen, die Bürger in Zukunft ein wenig zu entlasten. Zwar hört sich diese neue Regelung sehr interessant und nützlich an, doch gibt es noch immer einen kleinen Haken. So lässt sich nämlich lediglich der Basistarif der privaten Krankenversicherung steuerlich absetzen. Der Vorteil daran ist lediglich die Tatsache, dass sich der komplette Versicherungsbeitrag und nicht nur ein bestimmte Prozentsatz absetzen lässt. Ungeachtet dessen hat der Gesetzgeber aber auch eine Obergrenze der Absetzbarkeit eingeführt. Diese besagt, dass Alleinstehende maximal 1.900 Euro absetzen lassen dürfen und Ehepaare maximal 2.800 Euro. Hinzu kommt allerdings noch die Möglichkeit, die Versicherungsprämien für die Familienmitglieder, gleichermaßen abzusetzen. Doch sollte an dieser Stelle darauf hingewiesen werden, dass mögliche Beitragsrückerstattungen auch bei der Steuererklärungen Berücksichtigung finden. Um die Versicherungsprämien auch effektiv von der Steuer absetzen zu können müssen die Versicherungsgesellschaften einen ordentlichen Beleg für die Steuererklärung ausfüllen. Oftmals reicht hierbei bereits der Vertrag oder aber die Beitragsrechnungen. Sofern der Versicherungsnehmer keinen ordentlichen Beleg für die Höhe des Basistarif-Beitrages vorweisen kann, sind die Beiträge auch nicht in voller Höhe absetzbar, sondern reduzieren sich bei der Absetzbarkeit um 10 bis 20 Prozent.

 

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Eigenanteile lassen sich steuerlich absetzen – Doch nicht alles wird vom Fiskus berücksichtigt

Neben den Beiträgen zum Basistarif aus der privaten Krankenversicherung können auch die Kosten, welche aus Eigenanteilen resultieren, wie zum Beispiel für Beihilfen, von der Steuer abgesetzt werden. Dies gilt sowohl für Versicherungsnehmer aus der gesetzlichen Krankenversicherung, wie auch aus der privaten Krankenversicherung. In den meisten Fällen können solche Kosten allerdings nur teilweise abgesetzt werden, darüber hinaus gilt diese Regelung auch nur für ganz bestimmte Leistungen. Dazu zählen sämtliche Kosten, die auf Grund einer Allergie auf den Versicherungsnehmer zukommen. Diese Kosten können sowohl zur Vorbeugung, als auch zur Linderung oder Beseitigung eingesetzt werden. Zudem können auch Kosten für alternative Heilmethoden von der Steuer abgesetzt werden. Die alternativen Methoden müssen dafür nicht einmal von der Bundesärztekammer anerkannt sein. Alles was benötigt wird ist ein Attest des Arztes, dass diese alternative Heilmethode auch tatsächlich notwendig war. Ebenso können Medikamente von der Steuer abgesetzt werden. Dies ist besonders für gesetzlich versicherte Personen interessant, denn in der Regel müssen diese sogar bei rezeptpflichtigen Medikamenten einen Eigenanteil entrichten. Medikamente die hingegen freiverkäuflich zur Verfügung stehen müssen in voller Höhe von dem Versicherten bezahlt werden. Um als gesetzlich Versicherter die Kosten für Medikamente von der Steuer abzusetzen müssen alle Quittungen sorgfältig aufbewahrt und bei der jährlichen Steuererklärung eingereicht werden. Privatversicherte bekommen in der Regel alle Medikamente in voller Höhe von der Privatkasse erstattet. Sollte dies einmal nicht der Fall sein, so können auch Privatpatienten ihre Medikamentenkosten steuerlich geltend machen. Ebenso können die Kosten für eine notwendige Kur in voller Höhe von der Steuer abgesetzt werden. Einzige Voraussetzung, die Kur muss auf Grund einer Berufskrankheit erfolgen.

Erstaunlich ist an dieser Stelle auch, dass sämtliche Kosten, die mit einer Geburt in Verbindung stehen - wie etwa eine Hebamme, Geburtsvorbereitungskurse und weitere - steuerlich absetzbar sind. Allerdings wird hierbei ein zumutbarer Eigenanteil berücksichtigt. Somit sind diese Kosten nur teilweise absetzbar. Darüber hinaus können auch die Kosten für Zahnbehandlungen und Zahnersatz abgesetzt werden. Insbesondere dieser Punkt ist sehr interessant, denn viele Krankenversicherungen stellen sich hier quer. Durch die steuerliche Absetzbarkeit, welche zu 100 Prozent möglich ist, sollte dies jedoch nicht allzu tragisch sein. Bei der steuerlichen Absetzbarkeit von Zahnersatzkosten ist es zudem vollkommen irrelevant, welches Material zum Einsatz gekommen ist und ob es günstigere Alternativen gab. Auch besondere Heilmittel, wie etwa Krankengymnastik oder Massagen, sowie andere Therapien können steuerlich geltend gemacht werden, ebenso die Kosten für Hilfsmittel, wie zum Beispiel eine Brille oder ein Hörgerät. Eine besondere Beachtung wird auch dem Internat für Kinder und Jugendliche zugeschrieben. Dies trifft allerdings nur insofern zu, wie der Aufenthalt in dem Internat aus gesundheitlichen Gründen notwendig ist. Auch eine Kinderkur in einer privaten Einrichtung kann unter bestimmten Voraussetzungen steuerlich abgesetzt werden, muss hierzu nur ein Attest des Arztes vorhanden sein, das diese den gewünschten Effekt erzielte. Die Kosten für kosmetische Operationen sind von der Steuer absetzbar, wenn diese eine Missbildung behandeln, medizinisch notwendig sind, oder psychische Probleme beseitigen. Um die Kosten für eine künstliche Befruchtung von der Steuer absetzen zu können, muss die Ursache der Kinderlosigkeit in der Ehe bei dem Mann liegen. Auch hier ist ein ärztliches Attest notwendig. Oftmals passiert es, dass eine Krankenversicherung die Notwendigkeit einer attestierten Kur nicht anerkennt und der Versicherungsnehmer auf den Kosten sitzen bleibt. In solch einem Fall können die Kosten über die jährliche Steuererklärung geltend gemacht werden. Hierzu muss der zuständige Arzt bereits vor Antritt der Kur ein Attest ausstellen. Außerdem werden 20 Prozent der Kurkosten abgerechnet, da während des Aufenthalts die üblichen Unterhaltskosten entfallen. Auch Patienten welche die Vorteile einer Augen-Laser-OP nutzen möchten dürfen sich seit Einführung des neuen Gesetzes freuen, denn diese Kosten werden oftmals nicht von der Krankenkasse übernommen, können dafür jedoch über die Steuer abgesetzt werden. Ebenso kann seit 2010 die Praxisgebühr als außergewöhnliche Belastung bei der Steuererklärung geltend gemacht werden. Hierzu müssen die Quittungen sorgfältig aufbewahrt und beim zuständigen Finanzamt eingereicht werden.

 

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