2. Wie gestalten sich eigentlich die Beiträge in der privaten Krankenversicherung?

Inhaltsverzeichnis - Krankenkassenvergleich private KV und gesetzliche KV

Die Beiträge für die private Krankenversicherung werden im Gegensatz zur gesetzlichen Krankenversicherung einkommensunabhängig erhoben. Dies mag in vielen Fällen auch der Grund für die oftmals wesentlich günstigeren Beiträge sein. Doch ganz ohne Formaltäten geht es natürlich auch in der privaten Krankenversicherung nicht. Privatversicherte zahlen nur Beiträge für die Leistungen, die sie sich auch tatsächlich wünschen. So werden Aufschläge für Wunschleistungen, wie etwa einer Chefarztbehandlung, einem Ein-Bett-Zimmer, einem Krankenhaustagegeld oder auch für Heilpraktikerbehandlungen erhoben. Doch zur endgültigen Beitragsberechnung ist nicht nur der Leistungsumfang ausschlaggebend, sondern auch zahlreiche andere Faktoren. So zum Beispiel das Alter des Versicherungsnehmers. Umso jünger dieser bei Eintrittsdatum in die private Krankenversicherung ist, desto geringer fällt in der Regel auch die monatliche Versicherungsprämie aus. Weiterhin spielt der Gesundheitszustand bei Eintritt in die PKV eine große Rolle. Für Vorerkrankungen, bestehende Krankheiten und chronische Erkrankungen können Risikoaufschläge gefordert werden, ggf. fällt auch ein Leistungsausschluss an. Zum Gesundheitszustand zählen unter anderem auch das Gewicht und die Frage, ob es sich bei dem Versicherungsnehmer um einen Raucher oder um einen Nichtraucher handelt. Weiterhin sehr relevant ist die Berufsgruppe des Versicherungsnehmers. Auch hier werden die Versicherungsnehmer in Risikogruppen eingeteilt. Desto gefährlicher der ausgeübte Beruf, umso höher sind demnach auch die Versicherungsprämien. Unabhängig von den bereits genannten Faktoren wird auch das Geschlecht des Versicherungsnehmers in die Beitragsgestaltung einbezogen. So müssen Frauen generell höhere Prämien als Männer zahlen, was an einer anderen Risikoeinstufung liegt. Auch die gewählte Selbstbeteiligung wirkt sich auf die Höhe des Beitrages zur privaten Krankenversicherung aus. Sofern diese sehr hoch ausgewählt wurde, fällt der monatliche Beitrag in der Regel geringer aus. Zusatzversicherungen, wie eine zusätzliche Alterungsrückstellungsversicherung wirken sich hingegen eher negativ auf die Höhe des Beitrages aus. Geht man jedoch nach einem TNS Infratest aus dem Jahr 2008, so liegen die durchschnittlichen monatlichen Versicherungsprämien zur privaten Krankenversicherung bei maximal 300 Euro pro Versicherungsnehmer. Viele Versicherungsnehmer zahlen gerade einmal einen geringen Beitrag in Höhe von 100 Euro monatlich.

Wichtig:

Sollte Ihre Gesundheitsprüfung bei Einstieg in die private Krankenversicherung nicht zu Ihren Gunsten ausfallen und müssen Sie sich demnach auf Risikoaufschläge einstellen, so haben Sie die Möglichkeit, drei Jahre später eine erneute Gesundheitsprüfung zu beantragen, welche im besten Fall dazu führt, dass Ihr Beitrag reduziert werden kann.

 

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Beitragserhöhungen in der privaten Krankenversicherung – Können sich Versicherungsnehmer dagegen wehren?

Unabhängig von den persönlichen Gegebenheiten des Versicherungsnehmers können die Beiträge aus unterschiedlichen Gründen erhöht werden. So können zum Beispiel allgemeine Kostensteigerungen eine Beitragserhöhung rechtfertigen, ebenso aber auch der medizinische Fortschritt. Eine Beitragserhöhung kann sich aber auch dann einstellen, wenn die Versicherung im Voraus falsch kalkuliert hat und die Beiträge zu Gunsten der Versicherungsnehmer zu gering ansetzte. Ebenso aber auch, wenn sich die Zinsen und Kapitalmarkerträge negativ verändern. Eine Erhöhung ist in der Regel auch dann möglich, wenn zu viele Versicherungsnehmer ihre laufenden Verträge kündigen, sich die Stornoquote dementsprechend verändert, oder wenn sich die gesetzlichen Rahmenbedingungen verändern. Die gesetzlichen Rahmenbedingungen können dabei sowohl steuerliche Gegebenheiten, als auch Festlegungen bezüglich der Mindestbeiträge oder der Zulassungsvoraussetzungen seitens des Gesetzgebers betreffen. Sollten solche Fälle eintreten muss aber nicht zwangsläufig eine Beitragserhöhung stattfinden, denn auf Grund der vielfältigen Rücklagen und Überzinsungen, welche die private Krankenversicherung beispielsweise aus der Alterungsrückstellung erhält, können die Beiträge bei einer ausreichend gebildeten Rückstellung auch stabil gehalten werden. Wobei auch hier eine korrekte Berechnung der Privatkasse als Grundlage gilt. Erwähnenswert ist an dieser Stelle, dass der Versicherungsgeber den Versicherungsnehmer stets über eine Beitragserhöhung informieren muss. Sofern der Versicherte mit der Beitragserhöhung nicht einverstanden ist, hat dieser das Recht zu einer außerordentlichen Kündigung. Hiervon ausgeschlossen sind Beitragserhöhungen die durch gesetzliche Regelungen erfolgen.

 

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Steigt mit zunehmenden Alter und zunehmender Leistungsinanspruchnahme auch der Versicherungsbeitrag? Oder gibt es Möglichkeiten einen den Beitrag stabil zu halten?

Eine Beitragsstabilität wird vor allem mit zunehmendem Alter sehr interessant, denn insbesondere jetzt muss wesentlich öfter auf die Leistungen der privaten Krankenversicherung zurückgegriffen werden. Dies liegt zum einen an den noch notwendig gewordenen Vorsorgeuntersuchungen und zum anderen an dem höheren Krankheitsrisiko. Generell werden die Beiträge bei Mehrinanspruchnahme der Leistungen aus der Privatkasse um ein vielfaches erhöht. Doch bereits im Voraus, ab Beginn der Versicherungszeit in der privaten Krankenversicherung, kalkuliert die Versicherungsgesellschaft eine Alterungsrückstellung mit ein, welche von den monatlichen Beiträgen geltend gemacht wird. Diese Alterungsrückstellung wird im höheren Alter zur Beitragsstabilisierung eingesetzt. Alternativ hat der Versicherungsnehmer auch die Möglichkeit, eine zusätzliche Alterungsrückstellung in die private Krankenversicherung einzuzahlen. Dies ist vor allem dann sehr wichtig, wenn die Privatkasse gewechselt werden soll, denn in der Regel kann eine Alterungsrückstellung nicht mitgenommen werden oder ggf. nur in geringen Teilen. Sofern eine Zusatzversicherung abgeschlossen wurde, die die Alterungsrückstellung beinhaltet, kann diese auch bei einer anderen Privatkasse genutzt werden.

 

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Stimmt es, dass man die Beiträge für die private Krankenversicherung zurückerstattet bekommen kann und was gibt es hierbei zu beachten?

Die Beiträge zur privaten Krankenversicherung können im Übrigen zurückerstattet werden. Dies ist allerdings nur dann möglich, wenn der Versicherungsnehmer über einem Zeitraum von einem Versicherungsjahr keine Leistungen in Anspruch genommen hat. Generell können die Beiträge allerdings nicht in vollem Umfang zurück erstattet werden, sondern oftmals nur sechs oder drei Monatsbeiträge. Dennoch ist dies ein großer Vorteil gegenüber der gesetzlichen Krankenversicherung. In der Regel muss die mögliche Beitragsrückerstattung aber auch vertraglich abgesichert sein. Außerdem sollte an dieser Stelle beachtet werden, dass die Beiträge wirklich nur dann zurückgewährt werden können, wenn keinerlei ärztliche Untersuchungen oder sonstige Leistungen von dem Versicherungsnehmer beansprucht wurden. Sofern die Beitragsrückerstattung nicht vertraglich garantiert ist, so ist diese nur entsprechend eines Gewinns seitens der Versicherungsgesellschaft möglich. In solch einem Fall spricht man auch von einer erfolgsabhängigen Beitragsrückerstattung, welche als freiwillige Leistung von der Versicherungsgesellschaft erfolgen kann, sofern der Geschäftserfolg diese zulässt. Auch hier kann eine Beitragsrückerstattung bis zu sechs Monatsbeiträge betragen. Eine dritte Form ist der Leistungsfreiheitsrabatt, welcher für die meisten Versicherungsnehmer jedoch eher uninteressant ist. Dieser könnte mit dem Schadensfreiheitsrabatt aus der KFZ-Versicherung verglichen werden. Der Rabatt kann sich auch in der privaten Krankenversicherung jährlich erhöhen, was jedoch in Anbetracht der Voraussetzungen kaum erreichbar ist. So müsste der Versicherungsnehmer über mehrere Jahre hinaus keine Leistungen in Anspruch nehmen um einen ansehnlichen Rabatt zu erhalten. Die beste Alternative für die Beitragsrückerstattung scheint somit die Pauschalleistung als vertraglich geregelte Garantierückerstattung.

Wichtig:

Immer wieder werden private Krankenversicherungen zu Billigpreisen, wie zum Beispiel für weniger als 58 Euro im Monat, beworben. Es ist durchaus möglich, solch eine günstige private Krankenversicherung abzuschließen, doch lohnt sich dies nicht tatsächlich. Denn auf Grund der sehr geringen Preise müssen die Versicherungsnehmer auf zahlreiche, teilweise auch notwendige Leistungen verzichten, sich mit einem sehr hohen Selbstanteil zufrieden geben und darüber hinaus auf den Arbeitgeberzuschuss gänzlich verzichten. Zudem sind solche Versicherungen lediglich für Versicherungsnehmer im Alter von 23 bis 27 Jahren möglich. Doch sollte insbesondere in der Krankenversicherung auf Dumpingpreise verzichtet werden und anstelle dessen lieber eine kostenaufwändigere Versicherung gewählt werden – es wird sich in jedem Fall lohnen.

 

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